Fliesen selbst verfugen – eine einfache Anleitung
Das benötigen Sie:
Beim Verfugen werden die Fugen zwischen den Fliesen mit einer speziellen Masse gefüllt. Diese sogenannte Fugenmasse oder Fugenmörtel sorgt nicht nur für eine wasserfeste und schützende Oberfläche, sondern verbessert auch die Optik der Fliesen. Um diese Aufgabe erfolgreich zu erledigen, benötigen Sie folgende Materialien:
- Gummihammer
- Wasserpumpenzange oder Kombizange
- Handfeger, Besen und Kehrschaufel
- Stanley-Messer und/oder Spachtel
- (Block-)Schwamm
- Schwammbehälter
- Eimer
- Messbecher
- Akkubohrer mit Rührer
- Fugenbrett/Fugenrakel
- Kelle
Nivellier-Clips entfernen
Bevor Sie mit dem Verfugen beginnen, muss der Fliesenkleber vollständig ausgehärtet sein. Dies dauert in der Regel bis zu 24 Stunden. Danach können Sie die Nivellier-Clips mit einem Gummihammer lösen, indem Sie sie vorsichtig aus den Fugen schlagen. Falls sie abbrechen, entfernen Sie die Reste mit einer Kombizange oder Wasserpumpenzange. Übrig gebliebene Klebereste können Sie mit einem Cuttermesser beseitigen. Kehren Sie anschließend alle Clips aus dem Raum.
Schritt 1: Fliesen reinigen
Bevor Sie mit dem Verfugen beginnen, sollten die Fliesen gründlich gereinigt werden. Entfernen Sie Staub und Schmutz mit einem Handfeger. Falls sich noch Klebereste in den Fugen befinden, kratzen Sie diese vorsichtig mit einem Cuttermesser oder Spachtel heraus. Anschließend wischen Sie mit einem leicht feuchten Schwamm über die Fliesen und Fugen, um die Oberfläche optimal vorzubereiten.
Tipp: Achten Sie darauf, dass der Schwamm nicht zu nass ist.
Schritt 2: Fugenmasse anrühren
Nun bereiten Sie die Fugenmasse vor. Geben Sie sauberes Leitungswasser in einen Eimer und mischen Sie das Fugenmaterial gemäß den Angaben auf der Verpackung. Nutzen Sie einen Messbecher, um die richtige Menge exakt abzumessen.
Mit einem Akkubohrer und Rührquirl vermengen Sie die Masse für etwa 1 bis 1,5 Minuten, bis eine gleichmäßige, klumpenfreie Konsistenz entsteht. Lassen Sie das Gemisch anschließend für etwa 5 Minuten ruhen, bevor Sie es kurz (ca. 0,5 bis 1 Minute) erneut durchrühren. Nun ist die Fugenmasse einsatzbereit.
Tipp: Reinigen Sie den Rührquirl sofort nach dem Anrühren, damit keine Reste antrocknen.
Schritt 3: Fugenmasse auftragen
Jetzt können Sie mit dem eigentlichen Verfugen starten. Beginnen Sie (falls erforderlich) immer mit den Wandfliesen und arbeiten Sie sich für ein gleichmäßiges Ergebnis von unten nach oben. Anschließend verfugen Sie den Boden. Arbeiten Sie sich dabei von hinten nach vorne.
Für ein gleichmäßiges Ergebnis nehmen Sie etwas Fugenmasse auf das Fugbrett und drücken Sie es mit einer Zickzack-Bewegung fest in die Fugen. Sorgen Sie dafür, dass die Fugen vollständig und gleichmäßig gefüllt sind. Lassen Sie die Masse einige Minuten antrocknen und testen Sie dann mit dem Finger, ob sie nicht mehr klebt. Ist dies der Fall, können Sie mit dem Abwischen beginnen.
Tipp: Starten Sie mit einer kleinen Fläche. Die Fugenmasse härtet schnell aus, wodurch es schwieriger wird, Zementschleier von den Fliesen zu entfernen. Vor allem bei keramischen Wandfliesen empfehlen wir, in kleinen Bereichen zu arbeiten, da sie mehr Feuchtigkeit aufnehmen. Bei Bodenfliesen können Sie jedoch eine größere Fläche bearbeiten.
Tipp: Sollte das Fugenmaterial im Eimer fest werden, verdünnen Sie es nicht mit Wasser. Lassen Sie es einfach ruhen und nutzen Sie es später, um kleine Lücken oder verpasste Stellen zu füllen.
Schritt 4: Abwischen
Der letzte Schritt beim Verfugen ist das Abwischen der Fliesen. Verwenden Sie einen feuchten Schwamm und wischen Sie sanft über die Fugen, ohne zu stark zu drücken. Tauchen Sie den Schwamm regelmäßig in den Schwammbehälter, wringen Sie ihn aus und reinigen Sie die Fliesen in diagonalen Bewegungen. Achten Sie darauf, dass der Schwamm nicht zu nass ist, damit der Fugenmörtel nicht aus den Fugen läuft.
Wiederholen Sie diesen Vorgang zwei- bis dreimal. Beim letzten Mal wischen Sie entlang der Fugenlinie. Falls eine Fuge nicht ganz gerade ist, können Sie diese durch horizontales oder vertikales Wischen begradigen, indem Sie der Fugenrichtung folgen.
Tipp: Kleine Unebenheiten oder Löcher in der Fugenmasse können Sie direkt mit etwas übrig gebliebener Masse ausbessern.
Lassen Sie die verfugte Fläche nun vollständig trocknen. Reinigen Sie die Ecken mit einem Spachtel, um dort später eine wasserdichte Silikonfuge aufzutragen. Falls Sie eine andere Fugenfarbe verwenden, vergessen Sie nicht, den Schwammbehälter zwischendurch zu reinigen.
Wichtige Hinweise
Bei hohen Temperaturen über 30 Grad sollten Sie die Fugen etwa eine Stunde nach dem Verfugen mit einer Sprühflasche leicht befeuchten. Dadurch wird ein zu schnelles Austrocknen verhindert und Rissbildung vorbeugt. Wiederholen Sie diesen Vorgang für ein optimales Ergebnis.
Tipp: Beim Fliesen in Feuchträumen wie dem Badezimmer ist es wichtig, eine wasserdichte Dichtmasse zu verwenden, wie das Ben Dichtmasse-Set. Dieses Set enthält 5 kg Dichtmasse, 12 Meter Dichtband und einen Blockpinsel zum Auftragen der Dichtmasse. Es eignet sich zur Abdichtung von Untergründen unter den Fliesen. Ein Eimer reicht für eine Fläche von 16-25 m².
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